Unsere Themen
Die Juso-Hochschulgruppen und die SPD gehen mit klaren Positionen in die Wahlkampf-Auseinandersetzung. Hier findest du einen Überblick über unsere Wahlkampfthemen und unsere Positionen dazu.
Reiche Eltern für alle!
A
Gebührenfreiheit für alle!
Bildung ist ein öffentliches Gut. Jede und jeder sollte die Möglichkeit haben, ein Studium aufzunehmen. Sechs Bundesländer erheben mittlerweile Studiengebühren. Das führt zu einer immer größeren sozialen Selektion, denn viele junge Menschen können sich ein Studium nicht mehr leisten. Besonders Frauen und junge Menschen aus hochschulfernen Familien verzichten auf ein Studium, obwohl sie Abitur haben. Ein Studium darf aber nicht zum Privileg der Reichen werden.
In Hessen ist es gelungen, die Einführung der Gebühren wieder rückgängig zu machen. Die Bundesregierung muss dazu beitragen, den politischen Druck auf die schwarz-gelben Gebührenländer zu erhöhen und Studiengebühren überall wieder abzuschaffen. Union und FDP würden das Gegenteil tun. Deshalb darf Schwarz-Gelb keine Mehrheit bekommen!
Wir wollen, dass ein Studium allen Menschen offen steht – unabhängig von Herkunft und finanzieller Situation!
Wir fordern die Abschaffung aller Studiengebühren!
Auch Langzeitstudiengebühren und Gebühren für ein Zweitstudium gehören abgeschafft!
Nachgelagerte Studiengebühren sind auch Gebühren und keine Alternative!
Stipendiensysteme dürfen keine Legitimation für Studiengebühren werden!
Wir wollen Gebührenfreiheit für alle. Studiengebühren abschaffen!
A
Ein starkes BAföG!
Jeder und jede Studierwillige muss sich frei für ein Studium entscheiden können. Das ist Aufgabe der staatlichen Studienfinanzierung. Das Motiv der Chancengleichheit wird jedoch verfehlt. Trotz Erhöhung des BAföG werden immer noch viele von einem Studium abgeschreckt. Das BAföG muss Schritt halten mit der Entwicklung von Bildungswegen. Lebenslanges Lernen muss die Grundlage staatlicher Studienfinanzierung sein.
In den Unionsparteien gibt es viele, die das BAföG abschaffen und durch ein reines Kreditsystem ersetzen möchten. Manche sprechen das ganz offen aus, andere halten sich zurück seit sie Ministerin geworden sind. Aus der FDP gibt es die Initiative, das BAföG durch ein bundesweites Stipendiensystem massiv zu schwächen. Schwarz-Gelb will das BAföG abschaffen. Deshalb darf Schwarz-Gelb keine Mehrheit bekommen!
Starkes BAföG als staatliche Studienfinanzierung zur Sicherung der Chancengleichheit!
Regelmäßige Anpassung des BAföG an den tatsächlichen Bedarf!
Flexibles BAföG für Teilzeitstudium und alle Studiengänge!
Elternunabhängiges BAföG für erwachsene Menschen!
Altersunabhängiges BAföG, weil Bildung in jedem Alter wichtig ist!
Wir wollen gleiche Chancen für alle. BAföG ausbauen!
A
Bildungssoli einführen!
Das deutsche Bildungssystem ist chronisch unterfinanziert. Gleichzeitig geht die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander. Vermögende leisten keinen angemessenen Beitrag zur Finanzierung öffentlicher Aufgaben. Zunehmend schicken sie ihre Kinder auf Privatschulen, wo sie sich bessere Betreuungsverhältnisse erkaufen.
Union und FDP versprechen trotz einer enormen Staatsverschuldung Steuersenkungen in der nächsten Legislaturperiode. Alle wissen, dass das nicht finanzierbar sein wird. Darüber hinaus ist es aber auch nicht sinnvoll! Schwarz-Gelb will in Wahrheit einen Nachtwächterstaat, der nicht mal mehr seine wichtigsten Aufgaben finanzieren kann. Wir brauchen einen handlungsfähigen Staat, der ein besseres Bildungssystem für alle finanzieren kann. Deshalb darf Schwarz-Gelb keine Mehrheit bekommen!
Wir fordern einen starken Beitrag der Vermögenden zur Finanzierung öffentlicher Aufgaben!
Wir wollen eine solidarische Finanzierung der Bildung!
Deshalb: 2 Prozent mehr Steuern für Reiche!
Der Bildungssoli ist die richtige Antwort – aber nur ein erster Schritt!
Wir fordern ein Ende staatlicher Unterstützung von Privatschulen!
Wir wollen Bildung solidarisch finanzieren. Bildungssoli einführen!
Offene Hochschule
Wir haben in Deutschland deutlich zu wenige Studienplätze. Die Zahl der ausfinanzierten Studienplätze bleibt seit Jahrzehnten deutlich hinter der Zahl der tatsächlich Studierenden zurück. Von der durchschnittlichen Studienanfängerquote der OECD-Staaten sind wir weit entfernt, trotz aller Sonntagsreden über die „Wissensgesellschaft“. Die Aufnahme eines Studiums wird jungen Menschen nicht erleichtert, sondern erschwert. NCs und verschiedene Auswahlverfahren sind Hürden, die viele Studieninteressierte daran hindern, ein Studium zu beginnen. Besonders Frauen und junge Menschen aus hochschulfernen Familien entscheiden sich für andere Bildungswege, obwohl sie Abitur gemacht haben.
Ein Studium ohne formale Hochschulzugangsberechtigung ist bis heute die absolute Ausnahme. Junge Menschen mit einer beruflichen Ausbildung sollten aber studieren dürfen. Sie sind nicht weniger qualifiziert als Gleichaltrige mit Abitur. Oftmals entscheiden sie sich sogar viel bewusster für die Aufnahme eines Studiums. Ihnen werden aber Steine in den Weg gelegt, anstatt sie zu ermutigen.
Hinzu kommt ein Organisationschaos bei der Hochschulzulassung, durch das viele Studienplätze sehr spät oder gar nicht besetzt werden. Die Hochschulen tauschen Informationen über freie Studienplätze nicht aus, bundesweit hat niemand den Überblick.
Wir fordern:
Hochschulen öffnen! Für alle Menschen – unabhängig von ihrer Herkunft und ihrem sozialen Status!
Studienplätze ausbauen! Auswahlverfahren überflüssig machen!
Freie Wahl von Studienfach und Studienort für alle!
Konsequente Öffnung der Hochschulen auch für beruflich Qualifizierte!
Zulassungsverfahren bundesweit einheitlich regeln!
A
Bologna studierbar gestalten!
Die Diskussion um eine Kurskorrektur des bisherigen Bologna-Prozesses ist längst überfällig. Anstatt das Studium attraktiver, mobiler und durchlässiger zu machen, haben die Reformen der vergangenen zehn Jahre mehr Leistungsdruck, erhöhten Prüfungsaufwand und unzureichende Betreuung hervorgebracht. Studierende werden durch überfüllte Lehrpläne eingeengt, rennen von einer Klausur zur nächsten und durch Quoten oder Numeri Clausi wird vielen ein Masterstudium nach dem Bachelor-Abschluss verwehrt. Durch erhöhten Konkurrenzkampf und fehlende Beratungsangebote bleiben viele Studierende im System hängen und können ihr Studium nicht beenden. Ein Studium, das nur auf die Verwertbarkeit in der Arbeitswelt ausgerichtet ist, erlaubt weder kritisches Denken noch eigenständiges Lernen. Erhöhte Präsenzzeiten nehmen Studierenden die Möglichkeit zu arbeiten. Weil es außerdem keine bedarfsdeckende Studienfinanzierung gibt, fehlen vielen die Mittel zur Finanzierung ihres Lebensunterhalts und ihnen bleibt nur der Studienabbruch. Während Bologna mehr Mobilität versprochen hatte, können heute Bachelor-Studierende häufig nicht einmal in die Nachbaruniversität wechseln – von der Zeit für ein Auslandssemester ganz zu schweigen. Aus all diesen Gründen brauchen wir dringend eine umfassende Kurskorrektur im Bologna-Prozess!
Wir fordern:
Rechtsanspruch auf ein Masterstudium für alle Bachelor-AbsolventInnen!
Flexible Studiendauer für den Bachelor ohne Verkürzung des Masterstudiums!
Abbau von Verschulung und übermäßiger Prüfungslast!
Die Möglichkeit zum Teilzeitstudium an allen Hochschulen!
Anerkennung des Bachelors als berufsqualifizierender Abschluss!